Landsiedel NLP Training
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Mögliche Probleme bei der Auftragsklärung im geschäftlichen Bereich

Ein ganz anderer Aspekt der durch den Arbeitgeber verordneten Coachings sind die möglichen Probleme, denen der Coach sich während und im Rahmen der Maßnahme gegenübersieht: sowohl von Seite des Auftraggebers als auch des Coachees können implizite Erwartungen an den Coach gerichtet werden, die seine Aufgabe problematisch gestalten.

  • Delegation von Führungsaufgaben: Bestimmte Aspekte der Mitarbeiterführung, die eigentlich in den Aufgabenbereich eines leitenden Angestellten fallen würden, werden auf den Coach abgewälzt. Problematisch, weil das Coach/Coachee-Verhältnis ein ganz anderes ist als das zu einem Vorgesetzten.
  • Spionage: In bestimmten Situationen können Coachings in der Erwartung eingesetzt werden, auf diesem Wege besondere Informationen über die verschiedenen Teilnehmer in Erfahrung bringen zu können (beispielsweise durch ein Coaching mit mehreren Teilnehmern, von denen einer ein "Spion" ist). Problematisch, weil Vertrauen die Grundlage eines Coachings und gerade die Verschwiegenheitsgarantie von und für alle Beteiligten essenziell für den Erfolg der Maßnahme ist.
  • Stille Post: Dadurch, dass der Coach viele Informationen mittelbar erfährt, besteht die Gefahr des "Stille Post"-Syndroms: sie werden durch die Wahrnehmung des Übermittlers verzerrt und geben kein akkurates Bild der Realität wieder.
  • Zielunklarheit: Ein Coachee, der nur aufgrund einer Anordnung von leitender Stelle an einem Coaching teilnimmt, hat möglicherweise keine konkrete Vorstellung davon, inwieweit und wo bei ihm Handlungsbedarf besteht. Unter diesen Umständen kann sich eine Auftragsklärung sehr kompliziert gestalten, da der Coach erst mit einigem Zeitaufwand die gesuchten Informationen zutagefördern muss.
  • Problematisierungswunsch: Eine der beteiligten Parteien stellt (möglicherweise aus eigennützigen Gründen) die Situation problematischer dar, als sie es tatsächlich ist.
  • Kommunikative Umwege: Die Beteiligten zweckentfremden das Coaching, um über dem Coach dem jeweils anderen ihren Standpunkt mitzuteilen.
  • Verdecktes Outplacement: Während der Auftraggeber vorgibt, das Coaching zum Zweck der besseren Integration des Coachees in das Unternehmen angeordnet zu haben, geht es im Grunde darum, ihn bereits auf seine Entlassung vorzubereiten.
  • Bestechung: Wenn eine der beteiligten Parteien ein bestimmtes Ergebnis für das Coaching wünschen, kann es vorkommen, dass sie den Coach zu einem bestimmten, für sie günstigeren Fazit, zu motivieren versuchen.

So bestehen im Businessbereich zwei verschiedene Arten von Verträgen: Bei expliziten und ausgesprochenen Verträgen wird der Auftrag klar formuliert und Absichten, Beweggründe und Ziele werden offen besprochen und diskutiert. Bei impliziten oder verdeckten Aufträge bleiben Absichten, Ziele oder Nebeneffekte verborgen, was mit unbewussten und nicht formulierten Erwartungen verknüpft sein.

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