
Es existieren verschiedene Arten des Coachings, die jeweils auf bestimmte Konstellationen und Konfliktsituationen zugeschnitten sind.
Beim Einzel-Coaching arbeitet ein Coach mit einem Coachee an dessen gewünschten Themen. Dies ist mit Abstand die bekannteste Art des
Coachings, was so weit geht, dass man häufig unter dem Begriff Coaching auch nur diese Form versteht. Der große Vorteil im Einzel-Setting liegt
darin, dass es ein individuelles Eingehen auf die Anliegen des Coachees ermöglicht und bei entsprechendem Rapport ein intensives Vertrauensverhältnis
zwischen Coach und Coachee aufgebaut werden kann. Der Übergang von beruflichen zu privaten Themen kann hierbei fließend sein.
Die anderen Arten des Coachings sind dagegen Mehrpersonen-Coachings.
Beim Gruppen-Coaching arbeitet ein Coach gleichzeitig mit einer Gruppe von Personen, die sich je nach Kontext auch aus ganz unterschiedlichen
Individuen zusammensetzen können. Ein möglicher Anlass für diese Art des Coachings wäre, dass alle ein vergleichbares oder sogar ein gemeinsames Thema
(weil sie beispielsweise alle im selben Unternehmen oder Verein tätig sind). In diesem Fall würde man eher von Team- oder ggf. Konflikt-Coaching sprechen.
Bei dieser Art des Coachings sollte die Gruppe aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht zu groß sein, ansonsten droht eine Entwicklung vom Coaching weg
zu einer Konstellation, die mehr einer Moderation mit dem Coach in der Rolle des Moderators gleicht. Im Gruppen-Coaching sind die Themen in der Regel
weniger vertraulich, als dies beim Einzel-Coaching der Fall ist, da die Anwesenheit der Gruppe einer derart persönlichen Atmosphäre entgegensteht und
die Teilnehmer darauf bedacht sind, wie sie auf die anderen Mitglieder der Gruppe wirken. Dadurch aber, dass der Coach nicht die Zeit aufbringen kann,
sich um jeden einzelnen so intensiv zu kümmern, wie dies beim Einzel-Coaching der Fall ist, kann er oft nicht die nötige Tiefe erreichen, ohne die
anderen Teilnehmer zu vernachlässigen. Der große Vorteil beim Gruppen-Coaching ist aber, dass sich die Teilnehmer auch gegenseitig Feedback und
Unterstützung geben können. Wenn erlaubt, können diese auch ihren Erfahrungshintergrund einbringen und so als authentische Beispiele Veränderungsprozesse
unterstützen. Allerdings sind die Grenzen eines solchen Gruppen-Coaching zur Gruppen-Supervision oder einem Gruppen-Workshop in diesem Falle fließend.
Das Team-Coaching ähnelt einer speziellen Form des Gruppen-Coachings, bei der sich die Teilnehmer nicht fremd sind. Bei dieser Art des Coachings
kommen sie zusammen in ihrer Rolle als Teammitglieder, z.B. in einer Abteilung oder als Kollegen in einem Projekt. Hier muss der Begriff der "Gruppe"
von dem des "Teams" unterschieden werden, da letzterer leichtfertig verwandt wird, wenn man damit lediglich eine aus Notwendigkeiten und nicht aufgrund
besonderer Stärken zusammengesetzte Gruppe meint. Mögliche Themen in einem Team-Coaching könnten sein, wie man die Zusammenarbeit, Problemlösungsfähigkeit
oder gemeinsame Kompetenz, Herausforderungen anzugehen, verbessern kann. Der besondere Bezug der Teilnehmer spielt hier eine besondere Rolle, was das
Team-Coaching vom Einzel- oder Gruppencoaching abhebt.
Beim Paar- und Konflikt-Coaching meint man in der Regel, dass ein Coach mit zwei Personen gleichzeitig arbeitet und es um die Besonderheiten der Beziehung
zwischen diesen beiden Personen geht. Dabei geht es um die verschiedenen Formen, die Zweierkonstellationen annehmen können, ob es sich nun um eine berufliche
oder persönliche Partnerschaften handelt, in denen ein Konflikt existiert, bei dem ein Coach helfen soll. Solche Situationen verlangen ein besonderes Maß an
Coaching-Erfahrung auf Seiten des Coachs, der einerseits zu beiden Teilnehmern einen belastbaren Rapport aufbauen können und anderen eine neutrale Position
einnehmen muss, ohne sich von einer der beiden Parteien vereinnahmen zu lassen. Auch wenn es sich beim Coach grundsätzlich um mehr als einen Mediator handelt,
ist diese Art von Coaching-Kenntnissen im Bereich der Mediation sehr nützlich.
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